Wir freuen uns sehr über das äußerst positive Feedback in der Kolumne "Geschmackssache" von Herrn Jakob Strobel y Serra in der FAZ vom 27.06.2020. Hier ein Ausschnitt aus dem Artikel samt Link zum gesamten Beitrag:

"Tief im Bayerischen Wald stößt man nicht nur auf wilde Tiere, sondern auch auf die kunstvoll nobilitierte Bayerwaldküche von Michael Simon Reis im Waldkirchener Restaurant „Johanns“. Die Kolumne Geschmackssache.

Lassen wir uns ein wenig Zahlenmystik aus dem Bayerischen Wald auf der Zunge zergehen: Am Goldenen Steig, dem mittelalterlichen Handelsweg zwischen Böhmen und der Donau, liegt hinter den sieben Bergen das Kleinststädtchen Waldkirchen, das nur zehntausend Einwohner und trotzdem ein riesenhaftes Modehaus mit neuntausend Quadratmeter Verkaufsfläche hat.

Unter seinem Dach versteckt es das Feinschmeckerrestaurant „Johanns“, das sich nicht nur eines Michelin-Sterns und sechzehn Gault-Millau-Punkten rühmen kann, sondern auch sagenhafte fünfundfünfzig Sitzplätze besitzt, die sechsmal pro Woche mittags und abends fast immer voll belegt sind. Welcher Hexenmeister, welche Zauberfee hat hier die Hände im Spiel und lässt im äußersten Südostzipfel Deutschlands einen solchen kulinarischen Garten blühen, während an vergleichbaren Orten nur die sieben Zwerge ihren Brei auslöffeln?

Die Antwort lautet ganz unmystisch: Garhammer.

So heißt das 1896 gegründete Familienunternehmen, das es wundersamerweise geschafft hat, sich fernab aller Großstädte ein treues Stammpublikum mit siebzigtausend Namen in der Kundenkartei aufzubauen und so zu einem Modehaus mit vierzig Millionen Euro Jahresumsatz zu wachsen. Die Kunden reisen aus München, Nürnberg, St. Pölten oder Prag an, verbringen einen ganzen Tag in Waldkirchen und bekommen natürlich Hunger. Was also lag näher, als eine Gastronomie im Haus zu eröffnen? Und da in Waldkirchen jeder jeden kennt, wussten die Besitzer des Garhammer von Michael Simon Reis, der in die weite Welt hinausgegangen war, um sein Glück als Koch zu finden.

Brotzeit bleibt Brotzeit

Er arbeitete bei allerersten Adressen, bei Johanna Maier in Filzmoos und Heinz Reitbauer im „Steirereck“ in Wien, war im Zwei-Sterne-Haus „Tristan“ auf Mallorca und im Drei-Sterne-Weihetempel „Arzak“ in San Sebastián, studierte zwischendurch noch Pädagogik und sagte nicht nein, als sich ihm die Möglichkeit bot, nach Hause zurückzukehren.

Das war im Jahr 2013, und es kam, wie es kommen musste in Märchen, die wahr werden: Reis bekochte seine Gäste derart gut, dass er sofort einen Michelin-Stern bekam, obwohl das weder Sinn noch Zweck der Übung war. Schließlich stand er in einem Modehaus am Herd und sollte die Tageskundschaft verköstigen. Nichts anderes macht er ja seit dem ersten Tag: Er serviert die typische Bayerwaldküche, die er so behutsam modernisiert, variiert und nobilitiert, dass sie jeder verstehen und auch von eher ungeübten Feinschmeckern genossen werden kann."

Die komplette Kolumne von Herrn Jakob Strobel y Serra können Sie hier nachlesen.